Dienstag, 8 Juni 2021, 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
Helmut Heissenbüttel
Die Bilder
Collagen | Tuschen | Übermalungen
Zur Eröffnung spricht
Schuldt

Geöffnet bis zum 4. Juli 2021, dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr
Eintritt zur Eröffnung frei, danach 5,- / erm. 3,-


Helmut Heißenbüttel (1921-1996), heute ein wenig aus dem Blickfeld geraten, war mit seinen Textbüchern und Prosaprojekten, Gedichtbänden und Hörspielen, Essays und Kritiken eine der prägenden Persönlichkeiten im literarischen Leben der frühen Bundesrepublik. Jenseits des Mainstreams öffnete sein Werk neue Perspektiven im Umgang mit Sprache, Musik und Bildender Kunst. Lange verheimlichte er, dass er neben seiner Arbeit als Autor und Rundfunkredakteur auch selber Bilder machte, bis er sie zu seinem 75. Geburtstag widerstrebend in eine Ausstellung der Freien Akademie der Künste gab. Zu seinem hundertsten Jahrestag geben wir nun erneut einen Einblick in die Vielfalt dieses beiläufig entstandenen Œuvres: Collagen und Übermalungen, Tinten und Tuschen, Kneif- und Knautsch-, Tropf- und Streifenbilder.

In einer Reihe von Vorträgen, Lesungen und Gesprächen stellen Autorinnen und Autoren, Kritiker und Wissenschaftler das literarische Werk Heißenbüttels und seine unorthodoxe Poetik noch einmal zur Diskussion.

Montag, 14. Juni 2021, 19 Uhr
Helmut Heißenbüttel und die vergessene Moderne.
Der Autor und Kritiker Willi Winkler portraitiert und würdigt Helmut Heißenbüttel umfassend.
Er spricht mit dem Heißenbüttel-Spezialisten Thomas Combrink, dem Verfasser der Monographie "Sammler und Erfinder: zu Leben und Werk Helmut Heißenbüttels".
Eintritt: 12,- / erm. 8,-
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Donnerstag, 17. Juni 2021, 19 Uhr
Zur Lockerung der Perspektive – Helmut Heißenbüttel als Literaturkritiker.
Der vielfach ausgezeichnete Lyriker und Literaturkritiker Nico Bleutge und der Literaturkritiker und Heißenbüttel-Fan Michael Braun stellen in Gespräch und Lesung die literaturkritischen Passionen Heißenbüttels vor.
Eintritt: 12,- / erm. 8,-
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Montag, 21. Juni 2021, 19 Uhr
Die unteilbare Republik der Wörter
Ann Cotten, Michael Lentz, Eckhard Rhode, Ulf Stolterfoht u.a. lesen Heißenbüttel und eigene Texte.
Eintritt: 12,- / erm. 8,-
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Helmut Heißenbüttel, 1921 in Rüstringen geboren, wurde direkt vom Gymnasium zum Kriegsdienst eingezogen, kehrte 1941 schwer verwundet aus Russland zurück und studierte zunächst in Dresden Architektur, dann Germanistik und Kunstgeschichte in Leipzig, nach Kriegsende in Hamburg. Nach einer kurzen Anstellung als Werbeleiter im Claasen Verlag (Hamburg) ging er 1957 als Redakteur zum Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart, bis 1981 leitete er die Redaktion Radio-Essay; nach der Pensionierung lebte er bis zu seinem Tod 1996 in Borsfleth an der Stör. Er war Mitglied der wichtigsten Akademien, neben weiteren Auszeichnungen erhielt er 1969 den Georg-Büchner-Preis und 1990 der Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur.

Publikationen (Auswahl): Kombinationen (1954); Topographien (1956); Textbuch 2 (1961); Textbuch 3 (1962); Textbuch 4 (1964); Textbuch 5 3×13 mehr oder weniger Geschichten (1965); Textbuch 6 neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (1967); D´Alemberts Ende. Projekt Nr. 1 (1970); Gelegenheitsgedichte und Klappentexte (1973); Das Durchhauen des Kohlhaupts. Projekt 2 (1974); Eichendorffs Untergang und andere Märchen. Prohejt 3/1 (1978); Wenn Adolf Hitler den Krieg nicht gewonnen hätte. Historische Novellen und wahre Begebenheiten. Projekt 3/2 (1979): Das Ende der Alternative. Einfache Geschichten. Projekt 3/3 (1980); Ödipuskomplex Made in Germany. Gelegenheitsgedichte, Totentage, Landschaften (1981); mehr ist dazu nicht zu sagen. neue herbste (1983); Textbuch 8 (1985); Textbuch 9 3x13x13 Sätze (1986); Textbuch 10 von liebeskunst (1986); Textbuch 11 in gereinigter Sprache (1987) Über Literatur (1966); Zur Tradition de Moderne (1972); Von fliegenden Fröschen, libidinösen Epen, vaterländischen Romanen, Sprechblasen und Ohrwürmern (1982); Zur Lockerung der Perspektive. 5X13 Literaturkritiken. Hg von Klaus Ramm (2013); Späte Schriften zur Literatur. Teil 1: Zur Literatur der Moderne und zur Literaturgeschichte. Hg von Hans-Edwin Friedrich (2021).

Die Durchführung von Aussstellungseröffnung und Begleitveranstaltungen ist abhängig von den geltenden Corona-Bestimmungen. Bitte informieren Sie sich tagesaktuell auf unserer Website oder telefonisch unter 040-324632.