Montag, 8. April 2019, 19 Uhr
Kafka hören
Rezitationen und Vertonungen
Es treten auf: Burghart Klaußner (Rezitation), Tanja Becker-Bender (Violine und Einstudierung kammermusikalischer Werke), Anny Chen (Violine), Mari Viluksel (Viola), Benedikt Loos (Cello), Einat Aronstein (Gesang), Elias Wolf (Gesang), Jaewon Yun (Gesang), Franziska Bader (Gesang), Alexander Fleischer (Klavier), Eirini Aravidou (Schlagzeug) und Matthias Kaul (Klanginstallation) mit Werken von Max Brod, György Kurtàg, Jan-Müller Wieland, Peter-Michael Hamel, Matthias Kaul, Theodor W. Adorno, Ernst Krenek, Ron Weidberg, Josef Tal, Tzvi Avni, Ruth Zechlin, Peter Eben und Boris Blacher.
Eintritt: 12,- / erm. 8,-
Gefördert durch die Körber-Stiftung

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Im Zentrum dieses von Klaus Hinrich Stahmer entwickelten Kafka-Abends stehen Kompositionen von Mitgliedern der Freien Akademie der Künste. Dass Max Brod – bekannt als Verwalter des künstlerischen Erbes von Kafka – ein begabter Komponist war und schon seit 1964 zu den Mitgliedern der Akademie gehörte und 1964 mit deren Plakette geehrt wurde, ist weithin unbekannt. Von ihm erklingen zwei Kafka-Vertonungen aus dem Jahr 1951.
Die „Kafka-Fragmente“ für Sopran und Violine von György Kurtàg (1985/86) gehören längst zum international anerkannten Repertoire und werden auszugsweise präsentiert. Aufhorchen lassen auch die Vertonungen von Jan-Müller Wieland nach Worten aus Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ sowie Peter-Michael Hamels Auseinandersetzung mit Kafkas Werk „Der Process“.
Zum Nachdenken (und zum Schmunzeln) über Kafka lädt Matthias Kaul mit seiner Klanginstallation „Kafkas Heidelbeeren“ ein.
Ergänzt wird das Programm durch markante Schlüsselwerke wie die Vertonungen Kafka’scher Texte durch Theodor W. Adorno (1942) und Ernst Krenek (1937/38).
Wie sich bei der Planung herausstellte, hat Kafkas Werk insbesondere bei jüdischen Komponisten (und hier wiederum bei den lebenden Autoren des heutigen Israel) starke Resonanz gefunden. Aus der Feder von Ron Weidberg stammt eine Szene nach „Josefine, die Sängerin“, und der große israelische Komponist Josef Tal steuerte eine Vertonung von Kafkas Tagebuchnotizen bei. Von dem In Tel Aviv lebenden Exilanten Tzvi Avni stammen die „5 Variations for Mr. K.“.
Nicht weniger markant in der Art einer Adaption von Kafka-Vorlagen sind die „Musik zu Kafka“ von Ruth Zechlin, die „Briefe an Milena“ von Peter Eben sowie das „Epitaph zum Gedächtnis Franz Kafkas“ von Boris Blacher.

Für die Darbietung des anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programms konnten ebenfalls Mitglieder der Akademie gewonnen werden. Hier ist an erster Stelle der Schauspieler Burghart Klaußner zu nennen, der mit der Lesung ausgewählter Texte von Kafka den literarischen Bezugspunkt der Kompositionen erleben lässt. Weiterhin wirkt Tanja Becker-Bender (Violine und Einstudierung kammermusikalischer Werke) mit.

Da manche der Kafka-Vertonungen auf Hebräisch erfolgten, erschien es sinnvoll, mit der israelischen Sängerin Einat Aronstein eine Spezialistin zu engagieren, deren Darstellungskunst längst an allen europäischen Bühnen gefragt ist.
Mit Alexander Fleischer (Berlin) wurde eine künstlerische Persönlichkeit gewonnen, der die Absolventen seiner lied!Klasse an der Hochschule für Musik Würzburg korrepetiert und begleitet.