Sonnabend, 21. April 2018, 18 bis 2 Uhr
Die Lange Nacht der Museen 2018
„Und plötzlich steht es neben dir“
Eintritt: 17,- / erm. 12,-

Die Akademie ist eine Künstlervereinigung. Und sie, die Künstler selbst, entwickeln und bestreiten das Programm: Die Bildhauerin Elisabeth Wagner steht mit ihrer eigens für die Akademieräume geschaffenen Ausstellung „Urbild – Abbild – Bild(er)welt“ im Zentrum der Nacht und wird auch selbst von ihrer Arbeit berichten. Dazu gibt es das Beste aus den Bereichen Film, Literatur und Musik: Vier sehr unterschiedliche Kurzfilme, einen Streifzug durch die deutschsprachige Unsinnsliteratur mit Marc Aisenbrey und Tango Argentino mit dem internationalen „Hamburg Tango Trio“.

19:00 Uhr Elisabeth Wagner führt durch ihre Ausstellung. (Dauer ca. 15 Minuten)
20:00 Uhr Hamburg Tango Trio: Caio Rodriguez (Voc./Git.), Aneta Pajek (Band.) und Hans-Christian Jaenicke (Vl.) Tango Argentino (Dauer ca. 20 Min.)
21:00 Uhr Marc Aisenbrey: Kein Sinn ohne Unsinn. Ein Streifzug durch die deutschsprachige Unsinnsliteratur mit Gedichten von Morgenstern, Ringelnatz, Schwitters, Heissenbüttel, Jandl und anderen (Dauer ca. 20 Minuten)
22:00 Uhr Hamburg Tango Trio: Caio Rodriguez (Voc./Git.), Aneta Pajek (Band.) und Hans-Christian Jaenicke (Vl.) Tango Argentino (Dauer ca. 20 Min.)
23:00 Uhr Die erste halbe Kurzfilm-Stunde: 'Balance' (D. 1989, 7'44 Min.), 'Die Goldstein Reels' (D. 2005, 3'31 Min.), 'Reise zum Wald' (D. 2008, 7'24 Min.), 'Dropping furniture' (Ö. 2008, 5'27 Min.)
00:00 Uhr Die zweite halbe Kurzfilm-Stunde: 'Balance' (D. 1989, 7'44 Min.), 'Die Goldstein Reels' (D. 2005, 3'31 Min.), 'Reise zum Wald' (D. 2008, 7'24 Min.), 'Dropping furniture' (Ö. 2008, 5'27 Min.)

Die Bar ist von 18:00 - 2:00 Uhr geöffnet.


Elisabeth Wagner: Eine Skulptur ist mehr als nur ein Objekt im Raum. Im Werk von Elisabeth Wagner öffnet sie einen Raum der Reflexion. Ihre Skulpturen fordern dazu auf, über Herstellung und Material, über Wirklichkeit und Bild, über Differenz von Raum und Zeit in der Kunst nachzudenken. Ausgehend vom Charakter der Räumlichkeiten der Freien Akademie entwickelt sie Arbeiten, deren zentrale Ideen/Gedanken/Themen in früheren bereits angelegt waren, für diesen konkreten Ort nun aber eine Weiterentwicklung erfahren. In der Bilder-Serie, die Elisabeth Wagner ausgehend von ihrer Werkgruppe „Falsche Freunde “ für die Ausstellung geschaffen hat, zeigt sie eine Verdichtung im Sinne des fotografischen Blicks auf das plastisch Wesentliche der Skulpturen, die Abbild vom Bild sind und in denen es gleichermaßen um Differenz und Distanz geht. „Obhut“ ist ein Ensemble von Skulpturen aus Papier und Draht auf Holzsockeln. Durch diese Arbeiten wie durch die neuesten Skulpturen „Upside down“ aus Gips und Beton zieht sich das ambivalente Verhältnis von Nähe und Distanz, Innen und Außen, Präsenz und Absenz.

Hamburg Tango Trio, das sind der argentinische Ausnahmesänger und Gitarrist Caio Rodriguez, eine der wenigen echten Tangostimmen, die es derzeit überhaupt gibt, Aneta Pajek, stilsichere Bandoneonvirtuosin aus Polen und der deutsche Tangogeiger Hans-Christian Jaenicke. Und das sind Rhytmus, Leidenschaft, tiefe Melancholie - Tango Argentino. Ausgesprochen tanzbar vorgetragen und von einzigartiger emotionaler Kraft.

Marc Aysenbrey, Sprecher und Professor für Sprechbildung an der Hochschule für Musik und Theater, nimmt uns mit auf eine Tour d'horizont des literarischen Unsinns. Denn durch die gehobene Literatur im Lande der Dichter und Denker zieht sich ein interessanter Faden an Nonsens-Werken. Diese sind teils hochoriginell, innovativ - und vor allem verspielt. Nicht erst die Autoren im DADA brechen den gängigen Umgang mit unserer Sprache auf und eröffnen neue Möglichkeiten des Ausdrucks: skurril, frech - und bei allem vordergründigen Unsinn nicht ohne Sinn...

Balance, Animationsfilm, D. 1989 von Christoph und Wolfgang Lauenstein. Fünf Figuren bewegen sich auf einer schwebenden Plattform. Diese kann nur im Gleichgewicht gehalten werden, indem alle Personen ihr Gewicht gleichmäßig verteilen. Es beginnt ein Spiel, in dem die Balance stets in Gefahr gerät.

Die Goldstein Reels. Dokumentarfilm, D. 2005 von Romeo Grünfelder. Ein alter Celluloid Film trägt den Vermerk: Aus dem Nachlass Jack Goldstein. Ort, Zeit und Autorenschaft können aufgrund teilweise fehlender Angaben nicht korrekt datiert werden. Die Untersuchungen ergaben bislang keine abschließenden Erklärungen über den Sachverhalt. Die Filmszenen, die eine unbekleidete Frau zeigen, geben zusätzlich Rätsel auf. Reise zum Wald, Experimentalfilm D. 2008 von Jörn Staeger. Ein digitales Filmgedicht über Wald in Deutschland. Einer Spur der Bäume folgend, reist der Betrachter durch die von Menschen geformten Landschaften hin zum Wald. Dropping Furniture Kurzspielfilm, Ö. 2008 von Harald Hund, Paul Horn. "Dropping Furniture" zeigt die Zerstörung eines Lebensraumes. Der Film ist konzipiert als symbolisches Bild für den Verlust einer Existenz.


Marc Aisenbrey | Hamburg Tango Trio