© Peter Ruzicka

Mittwoch, 5. September 2018, 19 Uhr
Konzert
Peter Ruzicka zum 70. Geburtstag
MINGUET QUARTETT | JÖRG WIDMANN, Klarinette
Werke von Peter Ruzicka
Eintritt: 14,- / 10,-
Unterstützt durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Anzahl:  

Peter Ruzicka – Intendant, Dirigent, Hochschullehrer - vor allem aber Komponist!
Anfang Juni feierte der ehemalige Intendant der Staatsoper Hamburg an eben jener Stelle mit seiner Oper Benjamin einen furiosen Erfolg – und genau einen Monat später seinen 70. Geburtstag.
Die Freie Akademie der Künste widmet ihrem langjährigen Mitglied zu diesem Anlass ein hochkarätig besetztes Kammerkonzert: Das Minguet Quartett wird Ruzickas 2. Streichquartett "...FRAGMENT..." aus dem Jahr 1970 und sein 7. Streichquartett "…possible-à-chaque-instant" von 2016 zur Aufführung bringen und Jörg Widmann zwei Zyklen für Klarinette solo spielen, die "DREI SZENEN" und die "DREI STÜCKE".


Das Minguet Quartett - gegründet 1988 - zählt heute zu den international gefragtesten Streichquartetten und gastiert in allen großen Konzertsälen der Welt, wobei seine so leidenschaftlichen wie intelligenten Interpretationen für begeisternde Hörerfahrungen sorgen – „denn die Klang- und Ausdrucksfreude, mit der das Ensemble die Werke zur Sprache bringt, belebt noch das kleinste Detail“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Namenspatron ist Pablo Minguet, ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts, der sich in seinen Schriften darum bemühte, dem breiten Volk Zugang zu den Schönen Künsten zu verschaffen: Das Minguet Quartett fühlt sich dieser Idee auf seinen Konzertreisen mehr denn je verpflichtet. 2017/18 stehen Einladungen zu den Schwetzinger Festspielen, den Festspielen Europäische Wochen Passau, zu den Festivals Musica Strasbourg, EuroArt Prag, Melos-Ethos Bratislava und Mosel Musikfestival, zu BOZAR MUSIC Brüssel, in das Brucknerhaus Linz und Beethovenhaus Bonn, die Library of Congress Washington DC, bereits zum zweiten Mal in die Elbphilharmonie Hamburg sowie Konzerte in Österreich, Großbritannien und in den USA auf dem Programm. Vorangegangene Spielzeiten führten das Minguet Quartett in die neu eröffnete Elbphilharmonie Hamburg, die Kölner und Berliner Philharmonie, die Staatsoper Berlin, das Konzerthaus Berlin, Alte Oper Frankfurt, Muziekgebouw Amsterdam, The University of Hong Kong, zum Mozartfest Würzburg, Festival d'Automne Paris, Tongyeong International Music Festival Korea sowie in weitere große Konzerthäuser und Festivals innerhalb Europas, in Japan, Mittel- und Südamerika, Kanada und den USA. Das Ensemble konzentriert sich auf die klassisch-romantische Literatur und die Musik der Moderne gleichermaßen und engagiert sich durch zahlreiche Uraufführungen für Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Begegnungen mit bedeutenden Komponisten unserer Zeit inspirieren die vier Musiker zu immer neuen Programmideen. Die erstmalige Gesamtaufnahme der Streichquartette von Wolfgang Rihm, Peter Ruzicka und Jörg Widmann zählen zu den bedeutendsten Projekten. Ein Höhepunkt der letzten Jahre war die Aufführung von Karlheinz Stockhausens Helikopter-Streichquartett im Rahmen eines Konzeptes des Dirigenten Kent Nagano. Partner des Minguet Quartetts sind u.a. die Sopranistinnen Claudia Barainsky und Claron McFadden, der Bariton Thomas E. Bauer, die Klarinettisten Jörg Widmann und Thorsten Johanns, die Pianisten Andrea Lucchesini und Matthias Kirschnereit, der Bratschist Gérard Caussé und der Cellist Jens Peter Maintz. Als Solistenquartett musizierte das Ensemble mit den Rundfunksinfonieorchestern DSO, des SR, hr und WDR sowie dem Brucknerorchester Linz unter den Dirigenten Jukka-Pekka Saraste, Markus Stenz und Peter Ruzicka. Seit Oktober 2015 sind die Mitglieder des Minguet Quartetts als Gastdozenten für Kammermusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Standort Wuppertal verpflichtet. 2018 wird die pädagogische Tätigkeit durch Kurse an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien, der Musikakademie Rheinsberg und der Hochschule für Musik und Tanz Köln erweitert. Mit der aktuellen CD-Gesamteinspielung der Streichquartettliteratur von Felix Mendelssohn Bartholdy, Josef Suk und Heinrich von Herzogenberg (Label cpo) präsentiert das Minguet Quartett seine große Klangkultur und eröffnet dem Publikum die Entdeckung eindrucksvoller Musik der Romantik. In den kommenden Jahren wird das Ensemble die vollständige Kammermusik von Emil Nikolaus von Reznicek, Heinrich Kaminski und Walter Braunfels sowie das einzigartige Streichquartett von Glenn Gould auf CD vorlegen. 2010 wurde das Minguet Quartett mit dem ECHO Klassik sowie 2015 mit dem renommierten französischen Diapason d'Or des Jahres ausgezeichnet.

Jörg Widmann gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York ist der Klarinettist Jörg Widmann regelmäßig zu Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern, wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dessen erster Gewnadhauskomponist er in dieser Saison ist, Orchestre National de France, Tonhalle-Orchester Zürich oder National Symphony Orchestra Washington und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Valery Gergiev, Kent Nagano, Sylvain Cambreling, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi. Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2015 brachte er das neue Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Mehrere Klarinettenkonzerte, von Komponisten wie Wolfgang Rihm oder Aribert Reimann sind ihm gewidmet und durch ihm uraufgeführt worden. Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet. Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Andris Nelsons und Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener und die Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, Orchestre de Paris, BBC Philharmonic Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire. Mit dem Cleveland Orchestra und dessen Chefdirigenten Franz Welser-Möst verbindet ihn seit seiner Tätigkeit als Daniel R. Lewis Young Composer Fellow eine besondere künstlerische Zusammenarbeit. Unter der Leitung von Kent Nagano und unter Mitwirkung namhafter Sänger eröffnete die Uraufführung seiner Oper „Babylon“ die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München. Die Alte Oper Frankfurt widmete ihm in derselben Saison ihr Komponistenportrait „Auftakt“. 2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent. Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie den Lucerne und Grafenegg Festivals, bei den Bamberger Symphonikern und in der Saison 2015/16 als crative chair des Tonhalle-Orchesters Zürich. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits – in der Carnegie Hall New York stand seine Musik unter dem Motto „Making Music: Jörg Widmann“ für eine Spielzeit im Fokus. Widmann ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007), der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016).