Speicher am Kaufhauskanal . © Richard Stöhr

Weiterbauen XIII

Im mittlerweile 13. Jahr der Reihe 'Weiterbauen', einer Kooperation der Freien Akademie der Künste, dem Denkmalschutzamt, dem BDA Hamburg und der Hamburgischen Architektenkammer, werden insgesamt acht Objekte aus den Bereichen Wohnen, Kultur, Gewerbe und Bildung untersucht.
Neben zwei Schulbauten, darunter die "Schule auf der Uhlenhorst" und ein Oelsnerbau in Hamburg Altona, besuchen wir Hamburgs ältesten Fachwerkspeicher - seit kurzem ein Veranstaltungszentrum am Harburger Kaufhauskanal und ein ambitioniertes Wohnhaus an der Altoaner Prachtstraße Palmaille.
Stadtbildprägend wie kaum ein anderes Gebäude ist das Planetarium im Stadtpark, das ebenso wie das nicht minder ikonische Hauptverwaltungsgebäude der Hamburg Süd einer gründlichen Überarbeitung unterzogen wurde.
Ein komplett neues Quartier entsteht derzeit auf dem in vielen Teilen denkmalgeschützten Gelände des ehemaligen AK Ochsenzoll. Die wohl kleinste, aber nicht minder feine Baumaßnahme schließlich ist die für DAM Preis 2017 nominierte Gestaltung und Sanierung einer 70er-Jahre-Fassade in Hamburg Mümmelmannsberg.

Für alle Veranstaltungen gilt:
Eine verbindliche Anmeldung ist zwingend erforderlich bis spätestens sieben Tage vor der jeweiligen Veranstaltung per Fax an (040) 32 69 29 oder per eMail an . Begrenzte Teilnehmerzahl nach Reihenfolge der Anmeldungen. Informationen zum jeweiligen Treffpunkt erhalten Sie bei Anmeldung. Unkostenbeitrag 5,– Euro pro Person und Veranstaltung, fällig bei Anmeldung.

Programmheft als pdf:


Ausgebucht
Mittwoch, 3. Mai 2017, 17 Uhr

Umbau und Erweiterung Planetarium Hamburg
Victoria Scheffler (HJW Architekten Hannover)
Albert Schett (Denkmalschutzamt Hamburg)
Michael Jenke (Kaufmännischer Geschäftsführer Planetarium Hamburg)
Christoph Jansen (BSW Hamburg)
Das Gebäude wurde 1912-15 vom Dresdener Architekten Oscar Menzel als letzter Hamburger Wasserturm errichtet und schon ab 1929 zum Planetarium umgebaut. Der 65 Meter hohe Backsteinbau bildet den optischen Höhepunkt der 1,4 Kilometer langen Hauptachse des Hamburger Stadtparks. Mit der Verbindung aus Reform- und Monumentalarchitektur hebt sich der Turm auch im bundesweiten Vergleich weit aus der Menge erhaltener Wassertürme ab. Von August 2015 bis Februar 2017 erfolgte die bauliche Erweiterung des Planetariums, und zwar nach unten: Ins Erdreich. Im bisherigen Sockel wurden dringend benötigte neue Räumlichkeiten für die Mitarbeiter sowie öffentliche Gastronomie- und Aufenthaltsbereiche geschaffen. Für 1.200 Quadratmeter zusätzlicher Nutzfläche wurden Teile der Fundamente und 4.000 Kubikmeter Erdreich des angeschütteten Hügelrings abgetragen. Neue Zugänge auf Parkniveau sind entstanden, die ebenerdig Durchblick und Durchgang gewähren. Ein zweigeschossiges Foyer erlaubt mit großer Geste störungsfreie Bewegungen. Teile der alten Fundamente wurden freigelegt und in den neuen Raum einbezogen. Die Säulen der Rotunde, die auf Plus eins endeten, mussten auf das neue Erdgeschossniveau heruntergeführt werden. Denkmalschützer, Architekten und Statiker setzten alles daran, sie so schlank wie möglich auszuführen. Limbrock Tubbesing aus Hamburg waren für Idee und Entwurf, HJW + Partner aus Hannover für die Bauausführung der Maßnahme verantwortlich, die die Stadt Hamburg mit 7,5 Millionen Euro gefördert hat.


Ausgebucht
Mittwoch, 10. Mai 2017, 16 Uhr
Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Klinik Ochsenzoll
Holger Jaedicke (Architekten Störmer Murphy and Partners)
Nikolaus Gurr (ghp Landschaftsarchitekten)
Dietmar Ridder / Christoph Bartsch (Denkmalschutzamt Hamburg)
Sven Göller
(Patrizia Immobilien AG)
Auf knapp 11 Hektar des parkartigen Geländes der ehemaligen Klinik Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn baut die Patrizia Immobilien AG 450 Wohneinheiten. Die in den Jahren 1893 bis 1913 entstandenen, historischen Krankenhausbauten stehen ebenso wie die weitläufige Parklandschaft mit ihrem über 100-jährigen Baumbestand unter Denkmalschutz. In drei Bauabschnitten werden die Bestandsgebäude saniert und restauriert, mit großzügigen Balkon- und Terrassenanlagen versehen und in hochwertige Eigentumswohnungen umgewandelt. Neubauten auf Freiflächen im Quartier schaffen einen spannenden Kontrast zum Gebäudebestand und verdichten ihn behutsam nach, ohne dass die über Jahrzehnte gewachsene Gesamtstruktur und der Parkcharakter verloren gehen. Die Architekten Störmer Murphy and Partners zeichneten für die Sanierung der meisten Bestandsgebäude verantwortlich. Auch die Planung für einen Teil der Neubauten entstammt dem Hamburger Büro, drei weitere Architekturbüros sind im Quartier beteiligt. Die Parkanlagen wurden von ghp Landschaftsarchitekten überplant. Der ehemalige Betriebs- bzw. Gutshof am Wasserturm fügt sich aus sanierten und umgenutzten Wirtschaftsgebäuden und drei ergänzenden Neubauten von kadawittfeld (Aachen) und Raumwerk (Frankfurt/Main) zusammen, die die Geometrie des Platzraums aufnehmen.


Mittwoch, 24. Mai 2017, 16 Uhr
Fassadengestaltung Wohnhäuser in Mümmelmannsberg
Carsten Roth
(Carsten Roth Architekt)
Christoph Schwarzkopf (Denkmalschutzamt Hamburg)
Jörg Tondt (Baugenossenschaft FLUWOG-NORDMARK eG)
Die Fassadengestaltung und energetische Sanierung der Gebäude bekennt sich mit Respekt zu den Fertigteilkonstruktionen mit ihren klaren Linien, den abwechselnd gestalteten Bauabschnitten und den exzellent proportionierten Großformen. Klare geordnete Strukturen, eingewachsen in üppiges Grün, lassen den Menschen viel Platz, Licht und Außenraum. Selbst die Fertigteilblumenkästen vor den großzügigen Loggien schaffen eine aufgeräumte Ruhe und menschliche Ablesbarkeit.


Ausgebucht
Mittwoch, 31. Mai 2017, 16 Uhr
Speicher am Kaufhauskanal
Ulrich Garbe, Architekt
Dietmar Ridder (Denkmalschutzamt Hamburg)
Henry C. Brinker (Betreiber des Speichers)
Das 'Neue Kaufhaus' wurde 1826 am Ende des Harburger Kaufhauskanals als Warenumschlag- und Lagerhaus sowie als Zoll- und Akziselager erbaut. Es bildete die Erweiterung des 1708 errichteten ersten Kaufhauses und ist demnach der älteste, in seiner Substanz erhaltene Großspeicher Hamburgs. Bei dem Speicherkomplex handelt es sich um einen zweigeschossigen Fachwerkbau, dem später an der Nordseite ein eingeschossiger Putzbau angefügt wurde. Das Gebäude ist ein zweifach verriegelter Fachwerkbau mit drei Böden und Doppelständer Innengerüst. Für den Bau der Unterelbe-Eisenbahnlinie musste das Kaufhaus 1881 translociert werden, es wurde um 180° gedreht an den heutigen Standort in der Blohmstraße versetzt. Dort diente es bis in die 1950er Jahre der Kolonialwarenhandlung Bode & Kroos, danach zog ein Heizungsbaubetrieb ein. 2014 bis 2015 schließlich wurde es zum Konzert- und Veranstaltungsraum mit Sommerbetrieb umgenutzt. An der Konstruktion des Speichers sind die Geschichte von Bau, Translocierung und Sanierung sowie die wechselnden Nutzungen abzulesen.


Mittwoch, 7. Juni 2017, 16 Uhr
Sanierung und Erweiterung Gewerbeschule G 10 Energietechnik in Altona
Alexander Krauß
(Denkmalschutzamt Hamburg)
Manfred Wiescholek (Spengler Wiescholek Architekten)
N.N. (Gewerbeschule Energietechnik)
Das Gebäude in der Museumstraße wurde 1928 unter der Bezeichnung „Haus der Jugend“ als Staatliche Gewerbeschule von Gustav Oelsner geplant und 1930 eröffnet – ein klar strukturierter Stahlbetonskelettbau mit markanten Kupferverkleidungen. Nach dem Krieg wurde die Aula für das Altonaer Theater umgebaut. Die Herausforderung bestand in der Bestandsaufnahme und Planung während der laufenden tiefgreifenden Sanierung, der Sicherung erhaltener Bauteile und der Gestaltung neuer Einbauten im Sinne des historischen Entwurfs.


Ausgebucht
Mittwoch, 14. Juni 2017, 16 Uhr
Sanierung und Erweiterung Verwaltungssitz der Hamburg Süd
Gabriele Steinhage (KSP Jürgen Engel Architekten)
N.N.
(Hamburg Süd)
Dietmar Ridder
(Denkmalschutzamt)
Im Auftrag des traditionsreichen Transport- und Schifffahrtsunternehmens Hamburg Süd wurde der Verwaltungssitz der Reederei in Hamburg grundlegend saniert, aufgestockt und durch einen siebengeschossigen Büroneubau und eine Tiefgarage mit rund 120 Stellplätzen erweitert. Die Sanierungsmaßnahmen des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes aus den 1960er Jahren von Prof. Cäsar Pinnau umfassten u.a. eine energetische Sanierung und die Erneuerung der Fassaden.


Mittwoch, 21. Juni 2017, 16 Uhr
Erweiterung der Schule auf der Uhlenhorst
Nicole Stölken (Stölken Schmidt Architekten)
Gerd Basler
(Schulleiter)
Die Schule auf der Uhlenhorst wurde 1903 als allgemeine Volksschule getrennt für Jungen und Mädchen errichtet. Nach Kriegsschäden wurde die Schule in den 1960er Jahren weitgehend überformt. Der neue Erweiterungsbau schließt auf der Nordseite unmittelbar an den Bestand an. Auf diese Weise wird eine hohe Flächeneffizienz und eine Reduktion der Gebäudehüllflächen erzielt, aber auch eine komplexe Verbindung der Gebäudeteile erwirkt, die sich maßgeblich auf die Organisation der Schule auswirkt. Diese wird zusätzlich gestärkt durch die Neuorganisation der Pausenhallenfläche, die auch als Aula der Schule genutzt wird. Der halbgeschossige Höhenversatz des Neubaus zum Bestand ermöglicht eine stärkere Orientierung der Schule zu den Außenflächen. Die Sitzstufenanlage überwindet die Höhendifferenz zwischen Alt- und Neubau und wird zum integrativen Bestandteil des Schulgebäudes. Gleichzeitig wird eine neue Verbindung zwischen Unterricht, Bibliothek und Pause geschaffen. Die Pausenhalle wird dabei über ein kleines Forum räumlich in den Außenbereich erweitert und erhält eine der Nutzung angemessene Raumhöhe.


Ausgebucht
Mittwoch, 5. Juli 2016, 16 Uhr
Neubau Stadthaus Palmaille 98
Walter Gebhardt (Architekt)
Christoph Bartsch (Denkmalschutzamt Hamburg)
Die Geschichte der Palmaille (vom italienischen 'Palla a maglio', niederländisch 'Palmaille') reichen bis in das Jahr 1638 zurück. Um eine „publike Allee“ zu schaffen, wurden 1717 vier Lindenreihen gepflanzt und beidseitig Fahrwege angelegt. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts entstanden beiderseits der Straße überwiegend repräsentative Gebäude. Insbesondere die Bauten, die der klassizistische dänische Architekt Christian Frederik Hansen 1786 - 1825 errichtete, prägen das Gesicht dieser Prachtstraße. Der Neubau Palmaille 98 ist diesem Erbe verpflichtet. Als Referenz dient das „Einfensterhaus“ von C. F. Hansen. Auf die Aufnahme der niedrigeren Höhe der Nachbarbebauung hat dieser zugunsten eines „angemessenen“ Auftrittes verzichtet. Vor diesem Hintergrund präsentiert sich auch das neue Gebäude selbstbewusst. Das gezielte Freistellen, welches Hansen für sein eigenes Haus vorgezogen hat, wird beim Neubau im Übergangsbereich zu den Nachbarn durch Fugen nachempfunden. Das Gebäude entwickelt sich in Anlehnung an die historischen Gartensäle der Nachbargebäude und die Bautiefe der im Krieg zerstörten gründerzeitlichen Bebauung des Grundstücks entlang der Brandwand des östlichen Nachbarn. So wird die Baumasse anstelle einer gesichtslosen Brandwand mit einer Fassade abgeschlossen. Konzipiert wurde ein nicht unterkellerter monolithischer, verputzter Mauerwerksbau mit straßenseitig selbst tragender Betonfassade, Stahlbetondecken und aussteifendem Betonkern auf einer WU-Betonsohle. Für die großflächigen Verglasungen kommt eine Pfosten-Riegel-Konstruktion zum Einsatz. Loch- und Schlitzfenster sind als Elementkonstruktion ausgeführt.


Die Programme der Reihe "Weiterbauen" in den vergangenen Jahren:

2016 2014