© Marc Lüders, „Figur 701-23-2“, Öl auf C-Print, 22 x 14 cm, 2006

 

Montag, 3. April 2017, 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
Theorie des Daseins
Marc Lüders - Werke von 1997 bis 2017
Zur Eröffnung spricht:
Wolf Jahn
Geöffnet bis 7. Mai 2017, dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr
Eintritt zur Eröffnung frei, danach 5,- / erm. 3,-

Als im 19. Jahrhundert zwei ästhetische Welten aufeinander trafen, waren Wucht und Wirkung dieses Zusammenpralls unübersehbar. Gemeint ist das Aufkommen der Fotografie, die das traditionelle Handwerk der Malerei zu verdrängen und zu ersticken drohte.
Doch aus Bedrohung ist mittlerweile Befruchtung geworden, wie sie das umfangreiche Werk von Marc Lüders zeigt. Von 1997 bis heute führt die Retrospektive in sein Werk, das die beiden ehemaligen Kontrahenten in stets neue Verhältnisse zueinander setzt. In und mit ihnen thematisiert der Künstler politische Inhalte, etwa das berüchtigte Gefängnis Abu Ghraib im Irak, die Frage nach der heutigen Individualität des Einzelnen oder die Landschaft innerhalb eines Spektrums, das von der Romantik bis zur modernen Urbanität reicht. Und dann ist da noch der alte, aus der Antike bezeugte Wettstreit der Malerei am Anfang der Karriere von Marc Lüders: wer malt so wirklichkeitsnah, dass selbst Vögel auf dieses Trompe-l'œil hereinfallen? Die Retrospektive wartet mit einer überraschenden Antwort auf.

Wolf Jahn, Nov 2016



Marc Lüders, „Objekt 831-2-2“, Öl auf Silbergelatine-Print, 75 x 60 cm, 2015